Wie lässt sich überhaupt noch konsistent eine wertende – oder zumindest gewichtende – Perspektive auf das Gegebene einnehmen?
Unbestreitbar sind wir in vielen Situationen unmittelbar dazu veranlasst, Wertungen vorzunehmen. Dieses Alltagsphänomen ist selber etwas Gegebenes. Doch lassen sich diese Wertung in ihrer Kontingenz und mangelnder allgemeiner, gesamtmenschheitsumfassender Perspektive relativieren.
Es bleiben zwei scheinbar unvermittelbare Antipoden im Feld des Gegebenen, Beschreibbaren: Das Existierende in seiner Positivität; und der als positiv Gegebenes beschreibbare Impuls zur kontrafaktischen Reaktion auf das Gegebene (die positiv auffindbare Negativität unseres moralischen Empfindens).
Lässt sich unsere Neigung zur Kontrafaktizität über ihre formale Berechtigung hinaus auch inhaltlich in berechtigtes und unberechtigte moralische Einschätzungen differenzieren – und wenn ja, nach welchen Kriterien? Dies ist die moderne Hatz auf den Schnatz der Metamoral am Rand der Schlucht des Relativismus und Nihilismus.