Dass sich Heidegger dem Psychologischen bzw. Leiblichen – wie fast aller empirischen Forschungsfelder – enthält, scheint mir den Grundlinien seines Programms geschuldet: Letztlich will auch er eine Philosophie als erste Wissenschaft mit einer unhintergehbar grundlegenden Perspektive entwerfen und somit psychologistische oder andere Tendenzen abwehren. Er streitet auch für einen absoluten Wahrheitsbegriff (gegen empiristische bzw. psychologistische Relativierungsversuche), aber nicht auf dem bewusstseinsphilosophischen Wege wie Husserl und seine Intentiolitätstheorie in den Logischen Untersuchungen oder auf dem logizistisch-positivistischen wie der Wiener Kreis. Wahrheit ist für Heidegger dasjenige, was sich in den existenzialen Grundzügen des Menschen begründet.
Heidegger und die Fundamentalontologie als ‚erste Wissenschaft‘
10. Dezember 2011 von Erasmus